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...Verletzt...

In meiner letzten "Lebenszeit" musste ich mit großen Schmerzen feststellen, dass mein Leben in seiner bisherigen Form nicht mehr sonderlich lebenswert ist. Freunde, die ich für wahre Freunde hielt, entpuppten sich in den letzten Monaten zu etwas völlig anderem - eigentlich genau zu dem, was ich doch immer so verabscheut habe. Und das schmerzt, das sitzt und lässt sich aus meinem Herzen nicht mehr lösen...

Eine unendliche Qual überkommt mich, wenn ich darüber nachdenke. Ich kann es einfach nicht fassen. Das was passierte übersteigt einfach vollkommen mein Verständnis für alles Böse (und ich dachte, ich wäre ein abartiger Mensch) und überhaupt meine Vorstellungskraft. Nun ja die Vorstellungskraft benötige ich nicht mehr - ich habe es nun am eigenem Leib erfahren. So ziehe ich nun trostlos durch die Welt ohne ein einziges Ziel noch vor Augen zu haben...

Alles, was mich bislang aufrecht hielt, waren meine Freunde. Ich habe für sie gekämpft, ich habe weit meine finanziellen Mittel überzogen, war immer für sie da und habe vor allem immer versucht sie vor allen möglichen Gefahren zu schützen. Stets war ich in der Annahme, dass diese Einstellung auf Gegenseitigkeit beruhen würde... Ein enormer Fehler, wie ich mit großem Schrecken und Schmerzen nun feststellen musste. Nein, nur weil deine Freunde alles für dich sind, heißt das noch lange nicht, dass du auch alles für deine "Freunde" bist.

Zu erst habe ich versucht ihr Verhalten so hinzunehmen, wie sie es an den Tag legten. Es fing ja auch noch lange nicht mit jedem einzelnden an, sondern zog sich erst nach und nach durch unsere Clique. So dachte ich also: "Ach was solls...Sei nicht so unfreundlich, nehm es hin - hauptsache sie sind glücklich!" Ja...das dachte ich jedes Mal aufs neue. Jedes verfickte Mal, wenn ich dumm angemacht wurde, jedes Mal, wenn ich auf einmal als leicht "nervig" und "anstrengend" beschrieben wurde, jedes Mal, wenn sie mir von tollen Erlebnissen erzählten, bei denen sie mich wohl irgendwie einfach vergessen hatten...und ich mich nicht so recht für sie freuen konnte und darauf dann "Sei doch nicht immer so schlecht gelaunt, verdammt!" kam. Ja, meine Maske konnte ich zu aller erst noch recht gut aufrecht erhalten.

Doch irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Irgendwann wurde es mir einfach zu viel. Es wurde davon gesprochen, dass man mich "mitschleppen" würde, ich wurde für übertrieben gehalten, wenn ich mir Sorgen um Leute machte und ich wurde nur dämlich angeguckt und dann blöd angefahren, wenn ich Scherze machte. Die Lage spitzte sich also zu und mir wurde immer deutlicher, was eigentlich schon wahrscheinlich von Anfang an der Fall war: Diese Leute waren nicht froh dich zu sehen, diese Leute nahmen dich mittlerweile nur aus Mitleid mit, weil du sonst ja nur traurig seist oder Mucken machen würdest......

Andere fingen ein Leben an zu Leben, von dem sie zuvor immer sagten, es sei das abscheulichste, was man machen könnte. Angefangen, bei sinnlosem Rumgemache, sofortigem Einlassen auf irgendwelche sexuellen Aktivitäten....Und dann immer diese altklugen Sprüche. Als wäre man Hinterblieben, weil man ja selbst noch keine Erfahrungen mit seinem doch recht hohem Alter dafür gemacht hatte. Nun wurde ich schon des öfteren als "dämliche Moralapostel" , "verklemmt", und ganz lustig "ja nur neidisch" bezeichnet...........

Oh man mir dreht sich der Magen um, wenn ich daran denke. Es tut weh, ich kriege kaum Luft, wenn ich an all das denke...und in mir breitet sich nur große Trauer aus, riesige Trauer... =( Nein, ich bin nicht verhasst, auch wenn jeder Arsch das behauptet, ich bin einfach endlos traurig darüber, jeden einzelnden verfickten Freund verloren zu haben. JEDEN! Was bleibt mir nun? Ich hangel mich von Idiot zu Idiot, um wenigstens einen an der Seite zu haben...und was machen die anderen, die mich im Stich gelassen haben? "Naja...musst du ja wissen was du tust" und behandeln mich wie ein Kindergartenkind.

Ich möchte einfach weinen, aber ich habe schon zu viel geweint. So viel weinen wie es mir Wert ist, kann ich einfach nicht =( Es ist, als wären sie alle fort, als wären alle mit einem Mal von Aliens entführt worden oder mit einem Flugzeug abgestürzt....

Und ich verstehe es nicht. Ich verstehe es einfach nicht...Es geht nicht in meinen Kopf, wie mit einem Schlag innerhalb von 3 Monaten fast 21 Menschen so werden können?! Das ist doch Hokus Pokus! Und zwar von der aller miesesten Sorte. Ach wisst ihr was? Haltet mich doch für verrückt, haltet mich für einen Spasten...Das ist mir egal. Fickt meinen Arsch doch, wenns euch so Spaß macht.... Verrückt bin ich ja schon immer gewesen. Schließlich war ich auch der eigentliche Kopf unserer Sekte.

Ein einzelnder ist noch übrig geblieben, einer der klar denken kann und nicht zu einem egoistischem Schwein geworden ist... Warum ich verschont blieb, weiß ich nicht. Vielleicht sollte ich mich anpassen... Aber dann kriege ich nur wieder zu hören, dass ich ein furchtbarer Mensch geworden bin. Verfickte Scheiße, warum soll ich denn Schuld sein? IHR gehört zu den 21, die auf einmal ja ein ach so tolles glückliches Leben leben und sich zu Schade sind, für Freunde da zu sein.

Das kann doch nur ein dämlicher Fluch sein.... >.< Ein scheiß verfickter Fluch. Ich hasse das Wort "verfickt" - ich bin nämlich der einzige, zu dem es ausgerechnet nämlich NICHT passt.

Ich ziehe mich zurück. Zu tief sitzt das Rasseln in meinem Herzen =/ Bin in meinem Zimmer, trauere über den Verlust von so vielen einst tollen Menschen und frage mich, warum ich mal wieder der blöde Teil bin, der nicht dazu gehört....

...und überlege mir eine "Lösung", wie man aus diesem trostlosem, schmerzenden Scheiß rauskommt....

In einstiger Liebe

Nico / Pött

27.7.07 01:22
 


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